QueenOfWords
Samstag, 16. Dezember 2017
Ein Teil Von Mir
Eines Tages, eines schönen, sonnigen Tages; einem, wie jeder andere es auch ist, da ist etwas gestorben. Ein Teil von mir, den ich schon immer gehütet habe, und geliebt, wie nichts sonst. So kostbar, wie auch schädlich, so schwach, wie er auch von großer Bedeutung war.
Einfach und ohne großen Schmerz zerbröckelten seine letzten, grauen Überreste und er zerfiel in tausend kleine Flocken aus Staub. War er hinterließ war eine große Lücke, ein Loch in meiner Brust, durch welches nun die kalten Luftzüge der Welt pfeifend in mein Herz strömten. Es war kein Riss, der in mein Herz gerissen wurde, und nichts zerbrach. Es ging nicht schnell, es geschah nicht plötzlich und auch nicht von der Strömung eines Momentes getragen. Es war ein langsamer, schleichender Prozess, dessen Voranschreiten ich erst in dem Moment bemerkte, in dem es zu spät war. Ohne die Macht, etwas dagegen zu tun, spürte ich ihn, wie er seine letzten Momente in tauben Qualen lebte, um letztlich leise zu verschwinden.

Die heiße Sommersonne strahlte in die geblendet verzogenen Gesichter der vielen Menschen. Ich fröstelte. Unbehaglich verschränkte ich meine Arme und betrachtete mit verzogenem Gesicht all das rege Treiben vor mir. Ein Kind, eine Mutter. Ein Mädchen, ein Junge. Ein Kind, eine Mutter. Eine Familie. Ein Geschäftsmann, und noch einer. Ein Kind und seine Mutter. Das mit Reklamen bespickte Kaufhaus reichte nicht, um uns vor der hohen Sonne zu schützen. Auf dem Platz vor mir stand ein großer Springbrunnen. Mit fröhlichem Plätschern rieselten die funkelnden Wassertropfen hinab wie Diamanten und erzeugten einen weiß glitzernden Schaum auf der regen Wasseroberfläche. Der Schaum vermochte es nicht, all den Dreck zu verbergen, und die rostigen Centstücke glitzerten auch durch den weißen Teppich.
Hunderte von Cents lagen auf dem Grund des Brunnens, der hunderte von billigen Wünschen nicht erfüllte.

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Montag, 7. August 2017
Einbahnstraßen
Unsere Welt, diese schöne, warme Welt voller guter Dinge - wie schade, dass sie keiner sehen kann.

Gute Dinge sind nur gut, wenn man sie auch als solche ansieht, und schlechte Dinge sind nur schlecht, wenn man die guten Seiten daran schlecht redet. Es ist traurig, zu sehen, mit welch einem Misstrauen einem die Menschen begegnen, mit welch einer Vorsicht sie sich bewegen, und mit welch einer Vehemenz sie sich an die Dinge klammern, die ihnen Sicherheit zu geben scheinen. Geld und Kontrolle - hat man beides, so ist man sicher, doch hat man Freiheit, so ist man in vielen Fällen glücklicher. Was tut man nicht für ein großes Haus, einen schönen Garten und den kläffenden Hund darin, der einen im Gegensatz zu den Menschen erst dann verlässt, wenn er eins mit der Erde wird. Was tut man nicht für das kleine bisschen Selbstgefallen, das einem das Vervollständigen des eigenen Lebenspuzzles verschafft. Das Lebenspuzzle - für die meisten Menschen das Zusammensetzen der Teile Geld, Haus, Familie und Hund. Doch Weisheit ist etwas, das in dieser oberflächlichen Gesellschaft gänzlich zu kurz kommt - etwas, das die meisten sich zuschreiben, aber nicht verstehen, etwas, das sich bei ihnen auf den eigenen kleinen Haushalt beschränkt. Wie klein diese Welt für viele doch ist. Wie beschränkend und einengend muss sie sein, für die, deren Leben eine Einbahnstraße fährt. Kein Wunder, dass sie nichts von dem sicheren Besitz hergeben wollen, der doch die einzige Errungenschaft ihres Daseins ist. Kein Wunder, dass sie so versessen auf den Besitz selbst sind, dass sie vergessen, ihn auf gutem Wege zu nutzen. Geld macht nicht glücklich, nein - es gibt einem einige Möglichkeiten, Glück zu finden. Jedoch fehlt den Menschen die Weisheit, das Geld so zu verwenden, dass es Glück bringt. Liebe und Zuneigung - das ist, was glücklich macht, ja - doch wie viel Liebe auf dieser Welt geht durch die fehlgeschlagene Verwendung von Geld zu Grunde?

Am Ende liegt die Schuld nicht beim Geld, denn es ist die Verantwortung des Menschen, sein Geld auf gutem Wege zu nutzen. Und um es richtig zu nutzen muss der Mensch erst lernen, es loszulassen. Das Klammern am Geld, wie als wäre es das Einzige, das man hat, ist der Grund für das Fehlen anderer Werte. Es ist der Grund dafür, dass Geld wirklich zu dem einzigen wird, das man hat.
Und was kann man dagegen tun? Wichtig ist, sich klarzumachen, dass das Leben keine Einbahnstraße ist. Denn es ist nur eine, wenn man nicht lernt, auch nach links und rechts zu schauen. Durch die hohe Kunst des Denkens und Reflektierens kann man das Finden der Seitenstraßen und kleinen Gassen übrigens beschleunigen. Auch wenn es nicht einfach ist, einen anderen Weg zu finden, als den einfachen, so ist es fast nie unmöglich. Menschen, die es schaffen, erlangen eine Weisheit, die ihnen ermöglicht, ihre Mittel dem Erlangen von Glück zu widmen. Das sind die Menschen, die ihrem Besitz einen guten Verwendungszweck zuordnen können. Ob sie es tun, ist eine andere Frage. Das verlangt nämlich nicht nur Weisheit, sondern auch Flexibilität und einen bewussten Lebensstil.

Auch ist Weisheit nicht Intellekt. Intellekt ist ein Segen, der viel zu viele Menschen in einen Kreislauf des Unglücks stürzt. Und so traurig es auch ist, so ist Intellekt oft auch ein Grund für das Entstehen einer Einbahnstraße. Intellektuelle haben ihre eigene Art, sich einzuschränken. Sei es durch Pflichten, die sie sich auftragen, oder durch zu viel Nachdenken über die falschen Dinge - Intellektuelle verstellen sich oft genauso ihre Wege wie die Dummen.
Darum ist es wichtig, all seine Gedanken ab und zu auf einen Nullpunkt zu setzen und mit allem von vorne anzufangen. Es muss Punkte im Leben geben, an denen man einfach alles einmal fallen lässt und sich klar macht, was wirklich wichtig ist. Und dann fängt man von vorne an, unter den Umständen, die einem gegeben sind - nur mit einer besseren Einstellung.

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Montag, 31. Juli 2017
Zickenkrieg
Selbst einen Zickenkrieg zu führen und sich mit den eigenen Komplizen an den Lästereien über Andere zu ergötzen - das ist wahrer Spaß. Wie Erbrochenes ergießt sich die klebrige, giftige Masse an bösen Worten in einen Pool aus Anschuldigungen und Frustration, den zu betrachten die größte Freude der Konsultierenden ist. Wie im Falle der Übelkeit fühlt sich der Mensch nach dem widerlichen Prozess deutlich besser.

Doch den rollenden Lawinen und schleimigen Sümpfen der Frustration Anderer zuzuhören - das ist das große Unglück eines Fehlplatzierten zwischen den schreienden Aßvögeln, die aus dem Zusammenbrechen menschlichen Verständnisses geboren sind.

Die Palisaden der fehlenden Alternativen stoßen ihn in die Wogen und Wellen des stürmenden Unheils negativer Energien. Die Fingernägel in die Fingerkuppen zu drücken ist die unauffälligste Ablenkung, die er sich zu gönnen wagt. Doch je länger sich die Wogen über ihn ergießen, desto tiefer versinkt er in dem Sumpf des Frustkonzertes des mehr oder weniger leidenden Geheimtreffs.

Zickenkriege existieren in jeder Altersgruppe, unter aller Art Mensch und in jeder erdenklichen Form. Die bekannteste und beliebteste Form ist wohl die der pubertierenden, verliebten Mädchen. Eine unglückliche Liebe reicht, um nicht nur eine Freundschaft zu massakrieren. Wie ein Lauffeuer ätzt der Konflikt alle Freude hinweg und wächst sich zu einem Krieg aus, der weit mehr Groll verbreitet als angemessen. Wilde Anschuldigungen und wütende Gefühlsausbrüche führen zu der Aufdeckung aller Fehler und Untaten aller Beteiligten und ehemals Unbeteiligten. Und das Streichholz, das das unschöne Hexenfeuer entzündet, welches zu der Ausrottung jeglichen Friedens führt - das sind Süßigkeiten und Chips. Süßigkeiten und Chips liefern im Falle der verliebten Mädchen die Aktivierungsenergie, die die Reaktion der bestehenden Unzufriedenheit mit einem ausschlaggebenden Ereignis zur verheerenden Schlacht ermöglicht und vorallem beschleunigt.

Im Falle der frustrierten Erwachsenen ist der Übeltäter doch eher Kaffee und Kuchen. Ich habe immer gedacht, diese Phase der Zickenkriege ginge mit dem Alter zurück, doch in der Rolle des unglücklichen Fehlplatzierten musste ich nun die Erfahrung machen, dass dies auf keine Weise der Fall ist. Auch, wenn die Unterredungen möglicherweise etwas zivilisierter von statten gehen und der Ausdruck ein wenig gehobener sein mag, so ist der Inhalt doch wirklich nicht im Geringsten weniger boshaft und selten weniger trivial. Ein reales Problem mag bestehen, und berechtigte Unzufriedenheit ebenso, aber die lawinenartigen Frustrationswellen und die widerlichen Anschuldigungssümpfe unterscheiden sich wenig von denen des sogenannten Zickenkriegs. Auch sind die Themen und Beschwerden bestimmt nicht die gleichen wie die der pubertierenden Mädchen, doch die Ausführungen der Schlachtsstrategien und Kriegsberatungen sind doch mit genau den gleichen ätzenden Chemikalien gebraut. Und wie ein immer weiter anwachsender Pool aus Frustrationserbrochenem ergießen sich die niemals endenden Anschuldigungen erbarmungslos über den armen Fehlplatzierten und Unbeteiligten, der durch unglückliche Umstände in die wütende Kriegsberatung hineingeraten ist.

Wohl dem Ende des schönen Wetters.

Wohl der Naturkatastrophe, die nötig wäre, um die Farce des Leidenden zu beenden.

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QueenOfWords
QueenOfWords -

Unfassbar unkreativer Name für jemanden, der sich Königin der Worte nennt, findet ihr nicht?
Aber wieso sich mit mittelmäßig wichtigen Dingen aufhalten, wenn man doch genauso gut einfach anfangen könnte.

Ich habe keine Ahnung, ob sich auch nur eine Person auf dieser Welt meine Texte anschauen wird. Aber darum geht es auch nicht, und aus diesem Grund habe ich mich auch nicht weiter unnötig mit der Wahl meines Namens beschäftigt.

Ich kam nie auf die Idee, einen Blog zu erstellen, bis ich meinen ersten Gelegenheitstext schrieb. Ein starker Eindruck oder eine Erfahrung, ein Gedanke, und ein bisschen Zeit - mehr braucht es nicht, um mich zum Schreiben eines Textes zu motivieren. Und wenn die Umstände günstig sind, sind nach ein paar Sätzen die Worte nicht zu stoppen.

Viele Texte habe ich nicht - um genau zu sein sind es zwei - aber man muss überall irgendwann einmal einen Anfang setzen. Und einen Ort zu haben, an dem ich meine Gedanken sorgenlos äußern kann, an dem ich mich nicht zurückhalten muss, an dem ich niemanden verletzen kann, das ist bestimmt eine gute Voraussetzung für mehr Geistesblitze.

Aber was interessiert die eintönige Anfangsplänkerei.
Man hat immer das Gefühl, etwas zur Einleitung schreiben zu müssen. Eine Erklärung, eine Beschreibung - irgendetwas, das den Anfang setzt. Doch muss ich gerade feststellen, dass die Worte nicht natürlich kommen, und der erzwungene Anfang die Qualität meines Blogs wohl nicht anheben wird.
Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass von mir etwas erwartet wird - eine Einleitung, eine Beschreibung dessen, was ich mit diesem Blog vorhabe.

Darum sage ich bloß:

Ich werde mit diesem Blog nur eines tun. Das, was auch jeder andere tut - die Freiheit der Anonymität genießen.
Denken, und in Worte fassen was auch immer ich will, wann auch immer ich es will und in der Form, die ich für geeignet halte.
Ein Spiegel meiner Selbst, ein Ort der Selbstreflexion, ein tiefer, schwarzer See unausgesprochener Gedanken.

Das ist, was ich schaffen will.

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Letzte Aktualisierung: 2017.12.16, 04:39
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